Ironman Austria

Viele vereinsmitglieder beim größten triathlon österreichs

Andi Neulinger nach dem Rennen:

 

"Das Saisonhighlight stand vor der Türe und je näher der Ironman Austria kam, stieg auch die Nervosität. Aber mit positiven Gedanken, dass ich mich nun bereits seit 2019 auf dieses Rennen vorbereite konnte ich die Aufregung in Grenzen halten. Am Renntag war mit einem frühen Sprung in den klaren Wörthersee jede Anspannung vergessen und das Rennen konnte endlich beginnen. Da Neoprenverbot war rechnete ich ohnehin nicht mit einer schnellen Schwimmzeit und ich konnte die ersten 3,8 km kräfteschonend hinter mich bringen. Am Rad lief es bis zum Rupertiberg relativ konstant und dann kam bis zur zweiten Wechselzone ein ordentliches mentales und körperliches Tief daher. Ich konnte den 34km/h Schnitt zum Glück noch ins Radziel bringen. Beim Laufen ging die erste Hälfte trotz großer Hitze ganz gut und die zweite Hälfte kämpfte ich mich dann mit den positiven Gedanken ans Ziel etwas langsamer durch. Ich bin sehr zufrieden mein persönliches Ziel unter 11 Stunden zu finishen erreicht zu haben und nach dem Bewerb ist vor dem Bewerb."

 

Christian Bruckner in seiner Analyse:

 

"𝗜𝗥𝗢𝗡𝗠𝗔𝗡 𝗔𝗨𝗦𝗧𝗥𝗜𝗔 2022 was war das für ein Rennen? 1:02 STD für 3,86K Schwimmen ohne Neo im 25° warmen Wörthersee war solide, aber nicht wirklich schnell. Meine Taktik war - es relativ entspannt anzugehen und das ist mir gelungen. Der Weg in die Wechselzone war ziemlich lang, dennoch überall Zuschauer die ordentlich Gas gaben. Also keine Verschnaufpause. Mit schnellem Schritt ging es zum Rad. Die ersten 110 KM waren mit einem 38er Schnitt und 240W NP sensationell, aber jetzt im Rückblick doch etwas zu aggressiv. Zu diesem Zeitpunkt übernahm ich die Führung in meiner AK und war Gesamt unter den Besten dabei. Die Sonne brannte jetzt erbarmungslos runter. Die Temperatur stieg stetig, dafür sank aber auch die Leistung ordentlich. Was kam war der erste richtige Hänger an diesem Tag. Ich wurde nervös, als ich an den noch bevorstehenden Marathon dachte. Aber that´s it - Langdistanztriathlon. Du kannst dir erst im Ziel 100% sicher sein, vorher kann sehr, sehr viel passieren. Mit stark reduzierter Leistung und Geschwindigkeit ging es nach 4:57 STD und 180KM in die 2. Wechselzone zum Laufen. Ich wusste ab jetzt ist es reine Kopfsache, wie und ob ich überhaupt noch finishen kann. Nach nicht mal 500 Metern, zwangen mich starke Krämpfe im Oberschenkel zum Stehenbleiben. Wars das? Lauf KM hatte ich ja auch sehr, sehr wenige in den Beinen. Zum Glück bekam ich sofort Salz vom Streckenrand. Nach kurzer Zeit die Erlösung im wahrsten Sinne des Wortes, es ging weiter noch 10 KM. Richtig für mich war der Marathon über 42,2KM in 4x10,5KM Läufe gesplittet. Einfach besser für den Kopf, sonst wirst du verrückt. Das Thermometer stand jetzt bei 33°, kein Wind weit und breit, einfach nur noch brutal. Zu allem Überfluss streikte auch die Nahrungsaufnahme. So beschränkten sich die Labestationen fast ausschließlich zum Kühlen und Trinken mit (Salz) Wasser. Schuhe patsch nass, Blasen und offene Füße inklusive. Natürlich stellt man sich da die Sinnfrage. Die musst du aber sofort ausblenden sonst wäre an Laufen bzw. Weitermachen nicht mehr zu denken gewesen. Nach dem Radfahren auf Platz 3 in der AK zurückgefallen, vom Gefühl her eine miserable Lauf Pace knapp über 5min am KM, körperlich komplett am Ende, dachte ich nie im Leben mehr an Hawaii. Mein Antrieb war immer weiter, nur ja nicht aufgeben, einfach nur irgendwie diese Finishline überqueren. Nach 9:48 STD dann die Erlösung - Christian YOU ARE AN IRONMAN. Trotz dieser mittelmäßigen Zeit, 5. Platz in der AK, Gesamtrang 61 von knapp 3000 Startern und IRONMAN HAWAII WM Qualifikation. Unglaublich was alles möglich ist, wenn du zu 100% an dich glaubst, klare Ziele hast und niemals, wirklich niemals aufgibst.

 

Manuel Scheuch nach seinem erfolgreichen Debüt:

 

"Saisonstart Ende Oktober mit dem Ziel Ironman Austria Kärnten. Mir war bewusst, dass solch ein Trainingspensum (speziell beim Laufen) auch immer ein Risiko birgt, sich zu verletzen. War das Training im Herbst/Winter noch geprägt von viel Krafttraining, Grundlagenläufe und Technik beim Schwimmen ging es im Frühjahr dann richtig los mit dem langen Radfahren. Das abschließende Trainingslager in Kroatien beendete dann die Grundlagenphase und war dann der Start für die WK Phase. Jetzt standen Tempo und Kraftausdauer im Fokus. Prinzipiell lief alles, auẞer ein paar kleine Wehwechen bestens. Ende Mai war dann die Challenge St. Pölten, die ich mit neuer Mitteldistanz PB finishen konnte. Es waren jetzt nur mehr 5 Wochen bis zum Ironman Austria. Das Trainingspensum war jetzt bei 17-19h/Woche. Genau in dieser Phase (gut 3 Wochen vor WK) verletzte ich mich beim letzten langen Lauf am Hüftbeuger. Die Nerven lagen blank.... 3 Wochen noch zum Ironman und ich konnte vorerst kein Lauftraining absolvieren. Physio, Heilmasseur, dehnen, Stabi.... ich versuchte noch die Schmerzen irgendwie in Griff zu bekommen. Leider wurde es nicht besser. Täglich in der Früh hoffte ich die Schmerzen wären weg. 1 Woche war es jetzt nur noch bis zum Ironman. Ich hatte mich bereits damit abgefunden kein Lauftraining mehr davor zu machen, hoffte aber die Schmerzen würden bis zum Tag X noch verschwinden oder zumindest besser werden. Am Freitag ging es dann nach Kärnten. Die Stimmung und Vorfreude war eher gedämpft. Ich wusste nicht ob ich überhaupt starten kann. Am Tag davor beim kurzen Aktivieren für den Wettkampf versuchte ich 500m zu laufen, musste aber nach 180m abbrechen weil die Schmerzen zu groß waren. Mental niedergeschlagen und extrem nervös ging der Tag zu Ende. Um 3:45 Uhr klingelte der Wecker, Frühstück und ab nach Klagenfurt. Angekommen am Schwimmstart machte sich extreme Nervosität breit, die sich dann sofort verflüchtigte als ich ins Wasser sprang. Die 3,8 km lange Strecke konnte ich, in einer für mich sehr guten Zeit schwimmen. Das hinüber Laufen zur Wechselzone funktionierte eher nur humpelnd. Die Schmerzen wurden von Schritt zu Schritt mehr... Ich war dann eigentlich froh am Rad zu sitzen, auch wenn 180 km mit 1400 hm mit jetzt schon 26C bevorstanden. Die ersten 120 km liefen nach Plan. Dann spürte man speziell bergauf die Hitze und es wurde mühsamer die Leistung zu halten. Um so näher ich den 180 km kam, um so eher dachte ich ans Aufhören, weil ich wusste ich würde die 42 km mit den Schmerzen wahrscheinlich nicht schaffen. Mit 33km/h Schnitt war ich zufrieden, auch weil ich davor noch nie 180 km gefahren bin. 2/3 hatte ich also schon geschafft. Nun stand der Marathon an und das bei 33 °C. 22 km war das weiteste, dass ich in der Vorbereitung gelaufen war, trotzdem wollte ich es unbedingt schaffen. Die rund 15 Leute die extra wegen mir angereist waren, um mich anzufeuern, wollte ich nicht enttäuschen. Ich versuchte es also. Mit unrundem Laufschritt und schmerzverzehrtem Gesicht lief ich die ersten 2 km bei Familie und Freunden vorbei. Die Schmerzen wurden von der Atmosphäre, der Euphorie und meinem Ehrgeiz etwas gedämpft. Natürlich langsamer als geplant aber kontenuierlich lief ich km um km weiter. Ab km 14 wurde es dann immer härter in der Hitze das Tempo zu halten. Die Beine wurden schwer und die Hüftbeuger machten immer mehr zu. Ich dachte in dieser Phase einige Male ans Aufgeben. Ich wusste aber wieviel Zeit, Nerven, Verständnis des Umfeldes, Verzicht und Motivation es kostete um heute soweit gekommen zu sein. Ich versuchte mir immer kleine Distanzziele zu stecken um auf der langen Laufstrecke voran zu kommen. Angekommen bei km 36 wurde mir langsam bewusst dass es nicht mehr weit ins Ziel ist. Irgendwie schaffte ich es dann ins Zielgelände. Die letzten 150m zur Finishline konnte ich nochmals richtig genießen und ließ mich vom Publikum feiern. Einer der emotionalsten und schönsten Momente in meinem Sportlerleben. Im Ziel fiel die massive Last der letzten 8 Monate von meinem Schultern. Es war eine schöne Zeit die ich nicht missen möchte, aber ich bin jetzt froh einen Haken darunter setzen zu können! Meine Familie hat mich in dieser Zeit unglaublich unterstützt und motiviert sodass ich jetzt gerne was zurückgeben möchte."

 

Andi Grillenberger:

 

"Tja, ... was soll ich sagen: „Beim ersten Mal tat‘s noch weh, beim zweiten Mal hoffe ich nicht mehr so sehr …“  Es war ein tolles Event/Erlebnis und im Großen und Ganzen bin ich auch mit meiner Leistung zufrieden. Das Schwimmen ohne Neo war wie erwartet, für mich anstrengend. Am Rad ging es bedeutend besser und so konnte ich die ersten 120 km lt. meinem Plan absolvieren. Leider bekam ich ab diesem Zeitpunkt Probleme mit Krämpfen. Mit etwas weniger Watt auf den Pedalen konnte ich die Radrunde aber noch gut meistern. Beim abschließenden Marathon hatte ich ab Kilometer 16 mit massiven Krämpfen in den Beinen zu kämpfen. Somit ist meine Marathonzeit auch nicht die Beste! Dennoch bin ich froh, gefinisht zu haben! Abschließend möchte ich mich noch bei allen bedanken die mich so tatkräftig angefeuert und unterstützt haben! Ich hoffe es war nicht meine erste und letzte Langdistanz!"

 

Thomas "Mike" Mayrhofer zu seinem Rennen:

 

Die erste Langdistanz stand an, nach langer Vorbereitung mit vielen Höhen und Tiefen war es nun endlich so weit.

Das Training begann bereits im Oktober. Leider plagten mich immer wieder Achillessehnen-Beschwerden, was das Laufpensum auch eher gering hielt.  Auch die „Zeit“ war nicht immer auf meiner Seite. Trotz allem verspürte ich nicht ganz so viel Nervosität als befürchtet, im Gegenteil, ich freute mich schon sehr auf den großen Tag.

 

Geschwommen wurden die 3,8km ohne Neopren, was an diesem heißen Tag richtig Spaß machte. Ich fühlte mich von Anfang an sehr gut im Wasser. Mit der Zeit von 1:16h bin ich sehr zufrieden.

Glücklich und super motiviert kam ich in die Wechselzone.

Das Radfahren über die 180km war was ganz Besonderes. Viel Stimmung entlang der Strecke machte richtig Mut und Spaß. In den ersten 90km machte die Hitze noch keinerlei Probleme. Was aber in den Anstiegen der 2. Runde schon ganz anders war. Die Bergauf-Passagen wurden immer heißer zum Glück geht’s aber auch Bergab und man konnte sich wieder gut erholen. Spitze war auch, dass man immer wieder unsere mitgereisten Fans sehen konnte. Diese machten richtig Stimmung!

 

Auf ging es in die 2. Wechselzone. Jetzt wurde es richtig heiß. Die ersten 2km konnte ich noch nach Plan laufen. Dann setzten Bauchkrämpfe ein. Diese machten es richtig schwer. Die Pace wurde langsamer und langsamer. Ich schwitzte sehr stark, was man auch an meinem schwarzen Anzug zu sehen bekam, dieser war richtig weiß vom Salz geworden. Die Krämpfe sollten mich noch bis ins Ziel verfolgen. Zum Glück ließ mich mein Kopf nie im Stich. Ich konnte mich schnell auf einen ganz anderen Marathon einstellen als geplant. Jetzt hieß es finishen und nicht mehr nur schnell sein.

Nach 4h30min konnte ich ins Zielstadion einbiegen und die Atmosphäre aufsaugen. Mit letzter Kraft noch einen kleinen Zielsprung - geschafft war es, 11h58min!

 

Super stolz und glücklich ließen wir den Tag ausklingen. Danke an unseren Trainer Christian Bruckner für die super Unterstützung und Trainingsplanung. Und allen mitgereisten Vereinskollegen und Freunden – ihr wart spitze!!

 

 

 

Fanbericht oder die Leiden des “jungen“ Jürgen Kronsteiner:

 

Tagwache 07:20, ui Start schon einmal verschlafen, trotz besseren Wissens werden gleich aber noch einmal alle Kanäle gecheckt, ob es nicht doch irgendwo Live Bilder gibt. Kann doch einfach nicht sein, dass so ein Event nicht übertragen wird, es ist aber so 😏! Also auf zum eigenen Schwimmtraining mit “Mr. Cesenatico“, macht wieder sehr viel Spaß und bei etlichen Sprints wird auch ein bißchen Wettkampf simuliert, wenn gleich das trotzdem entspannter ist als Zeitgleich in Kärnten! Beim anschließenden gemütlichen Kaffee in der Vormittagssonne wird erstmals der Live Tracker gecheckt und über diverse Prognosen fachgesimpelt auch wenn der Tag noch lang ist. Kronis hängen dann noch beim Danecker einen längeren Frühstücksbrunch an, Dauer ca. 160km ;-). Live Tracker ist mittlerweile zum besten Freund des Tages geworden nur es wird langsam einfach zu heiß und so wird dessen Studium mehr und mehr in den Pool verlegt. Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Fannervosität, werden sie es schaffen, kann das gutgehen……., dazu gesellt sich noch schlechtes Gewissen so faul im Pool zu sein während die Kollegen gerade alles geben was sie haben. Konsequenz: Auch rauf aufs Rad und gib ihm. Zwei Mostimanrunden und 01:10min später bei brutaler Hitze ist die Ehrfurcht vor unseren Ironmännern nocheinmal umso größer. Die Live Tracker Daten melden zwischenzeitlich 08 min auf den km, was erahnen lässt, dass so mancher aktuell durch die Hölle und zurück läuft! Zu Hause hilft jetzt nur noch brutalstes Daumen drücken welches letztendlich Gott sei Dank mit einer Erfolgsmeldung nach der anderen belohnt wird! Jungs, nochmals HERZLICHSTE GRATULATION, aber glaubt es uns, es war auch zu Hause ein langer und schwerer Tag.

 

Außerdem am Start Roman Hintersteiner und Mike Jaeschke

 

Text: Andi Neulinger, Christian Bruckner, Manuel Scheuch, Andi Grillenberger, Thomas Mayrhofer, Jürgen Kronsteiner

Fotos: Privat, Sportograf